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Tauch ein in die Welt des Propheten

7.Juli 2012 |  by Ahmed S.  |  Gesellschaft & Lifestyle, Rezensionen
Tauch ein in die Welt des Propheten

Sie halten ein Plakat in die Höhe. Sichtlich grimmig blickt ein Bärtiger mit einem Bombenturban auf mich. Doch nicht nur das Bild verwirrt mich, auch die Leute, die sich dahinter wie Kaninchen verstecken und irgendwelches Geschwafel von sich lassen. Muhammed – oder “Mohamet” – sei dies auf dem Bild, behaupten sie. Ich wundere mich. Ich kenne keinen Muhammed, der so aussieht. Sie versuchen mir zu versichern, dies sei der Prophet, Frieden und Segen auf ihm. Alles was mir dazu einfällt, ist ein schiefer Blick und ein leichtes Kopfschütteln. Es stimmt mich traurig zu sehen, dass man so über den geliebten Propheten herzieht. Nichtsdestotrotz zeigen diese Karikaturen aber eines ganz klar: Wir wissen zu wenig über unseren Propheten und teilen es dementsprechend auch kaum.

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Zwei Sphären

10.Mai 2011 |  by Shinwar Q.  |  Creative Corner, Rezensionen
Zwei Sphären

Mein Herz fängt an zu pochen. Es löst ein sanftes Beben aus, welches sämtliche meiner Organe einholt. Nun bebt mein ganzer Körper. Meine Gesichtszüge formen ein stetiges Lächeln, Wassertropfen sammeln sich, verbinden sich, kämpfen gegen den Fluss – Meine Augen.  Wärme durchströmt mich und Frieden lässt mich schweben. Liebe. Ich spüre sie, Deine Liebe.

Sie ist so gewaltig, kann ich ihr stand halten? Deine Güte, Deine Barmherzigkeit, Dein Glanz, Deine Schönheit, Deine Herrlichkeit … Ein schwaches Wesen wie ich, werde ich je Deine vollkommene Liebe erkennen? Wahrnehmen ? Was ein Elend die Tatsache doch ist, dass ich sie Dir nicht erwidern kann… Nicht mal ansatzweise. Verzeihst Du mir? “Allah!“

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Wo bleibt die Empörung?

12.März 2011 |  by Lina  |  Gesellschaft & Lifestyle, Rezensionen
Wo bleibt die Empörung?

Wir empören uns über so viele kleine und große Dinge in unserem Alltag. Sei es die verspätete Bahn, die auf sich warten lässt, oder die unfreundliche Bäckerin, die uns bedient. Oft empören wir uns auch über unsere Mitmenschen, die sich zuweilen recht unfreundlich und aggressiv verhalten. Wir empören uns über die verlogenen Politiker, die den schönen Schein wahren möchten und dabei keine Lüge auslassen. Auch empören wir uns über die Scheinheiligkeit von Fernsehbildern, die eine verzerrte Realität wiedergeben. Über das viele Leid, welches durch Krieg, Gier und Machttrunkenheit erzeugt wird. Über die vielen Toten durch Hunger und Armut.

Oder haben wir uns der Ungerechtigkeit und dem Elend ergeben und haben eine passive, gar gleichgültige Haltung eingenommen? Glauben wir tatsächlich, dass wir nichts ändern können? Uns dem ‚Schicksal’ ergeben und alles hinnehmen zu müssen?

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The Story of Helen

11.März 2011 |  by Ethem A.  |  Rezensionen
The Story of Helen

Erst neulich habe ich in meinem Traum von einem kleinen 10 jährigen Mädchen geträumt. Ich wusste sofort, wer dieses Mädchen war und freute mich, sie zu treffen. Sie sah mir tief in die Augen, obwohl ich wusste, dass sie mich nicht sehen kann. Sie verstand mein Gesprochenes, obwohl ich wusste, dass sie nicht hören kann. Ich nahm ihre Hand und wollte etwas auf ihre Hand buchstabieren. Das Mädchen hatte plötzlich ein Glanz in ihren Augen und sie freute sich, wie ich es nur selten von jemandem gesehen hab. Das Mädchen umarmte mich herzlich, fest und ich fühlte ihre vollen Backen auf meinen. Sie hatte struppiges Haar, ihre Haarfarbe konnte ich nicht bestimmen. Nach diesem Traum wusste ich, dass die Zeit gekommen war, endlich über diese Person zu schreiben.

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Stolz und Vorurteilsfrei lesen

10.Februar 2011 |  by Ethem A.  |  Rezensionen
Stolz und Vorurteilsfrei lesen

Ich hatte einem Freund „Wuthering Heights“, auf Deutsch Sturmhöhen, von Emily Bronte ausgeliehen. In der kleinen Pause wurde mir mein Hab und Gut wieder zurückgegeben und zufällig sah es unsere junge Referendarin im Fach Deutsch. Sie schaute sich das Buch an und fragte mich ungläubig, ob ich das lesen wolle. Sie dachte, ich leihe mir dieses Buch aus, doch wurde dieses Missverständnis vom Freund aufgeklärt. Voller Stolz fügte ich dennoch, mehr als Trotzreaktion, hinzu, dass ich auch alle Bücher von Jane Austen zu Hause habe. Da konnte sich unsere Referendarin vor Lachen nicht mehr halten. Sie lachte mich aus. Das hatte ich schon bemerkt. „Langweilig, Schnulzen“, hörte ich Sprachfetzen aus ihrem Lachen, nicht ganz vorurteilsfrei. Mit einer sehr stolzen Haltung verteidigte ich meine Position und als sie meine Entschlossenheit sah, konnte ich sie umstimmen und sie dazu animieren sich auch mal die Bronte Schwestern und Jane Austen zu Gemüte zu führen. „Pride and Prejudice (Stolz und Vorurteil)“ von Jane Austen, ein herrliches Buch, kann ich nur jedem empfehlen. Wer wirklich einen Roman lesen will, dem kann ich getrost Jane Austen vorschlagen.

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Ein paar Worte zu diesem Lied

24.Januar 2011 |  by Ethem A.  |  Rezensionen
Ein paar Worte zu diesem Lied

“Lied ohne Worte”, ein  Meisterwerk, der russischen Literatur, jedenfalls in Deutsch ist es sehr amüsant und fließend zu lesen. Nach so langer Zeit, die Entdeckung einer begabten Schriftstellerin, ihrem Austritt aus dem Schatten eines der größten Schriftsteller der Geschichte. Nach diesem Buch kann ich nicht mehr bewerten ob nun Lew Tolstoi oder seine Frau Sofja Tolstaja, besser schreiben kann. Wie schön, die ganze Familie schreibt Weltliteratur.

“Lied ohne Worte” heißt ein Stück von Mendelssohn Bartholdy, ein sehr schönes Stück, sehr empfehlenswert, das die Leidenschaft der Protagonisten Sascha zu dem Komponisten Iwan Iljitsch entfacht, ganz zum Argwohn des liebenswürdigen, ein wenig infantilen, wenig einfühlsamen Ehemannes Pjotr Afanassjewitsch. Die junge Sascha verliert mit dem Tode ihrer geliebten Mutter ihre Lebensfreude, den sie erst mit der Musik wieder erlangen kann. Eine reine, lautere Freude und Hingabe an die Musik ist es, die ihr anfangs Lebensfreude und Sinn gibt, dazu eine wichtige Stelle: „die wüste, peinigende Verzweiflung über die Vergänglichkeit und das menschliche Leben, das so voller Leiden, Verführungen und Übel war, sich löste“ und „alles wurde klar wie der Himmel nach einem Gewitter“.

Doch diese Liebe zur Musik verwandelt sich mit der Zeit zu der Liebe zur Person, die diese Musik erzeugt. Ab da fängt die ganze Liebe an, zur Qual zu werden. Sascha ist natürlich bemüht, wie im 19. Jahrhundert üblich, eine lautere, reine Frau zu bleiben. Anfangs empfindet sie Scham, dass sie ihren Mann damit betrügt und auch wenn es nur in Gedanken ist, später hat sie diese Grenze überschritten, doch die Liebe zu der Person wird als eine Befleckung, eine Beschmutzung der reinen, herrlichen Musik angesehen, die ihr das Allerheiligste ist. “Katusja, warum ist denn alles auf der Welt derart beschmutzt? Alles, alles…”, sagt sie voller Trauer zu ihrer Freundin. Zwischen Leidenschaft und Reinheit ist sie hin und her gerissen. Eine moderne Protagonistin träfen wir am Ende in den Armen des Geliebten wieder, sich ihrer Leidenschaft frei gebenden, ungezügelt und schamlos, “frei”, “glücklich”. Doch das Ende dieser Frau, dieser reinen, lauteren Frau werde ich euch nicht verraten. Es ist verstörend. Der ganze Roman ist verstörend. Es lohnt sich zu lesen… BiIzniAllah

Das westliche Vermächtnis

22.März 2010 |  by Ahmed S.  |  Rezensionen

„Betrachten Sie sich einmal eine Karte des Irak und vergleichen Sie diese mit einer Karte von Deutschland. Nun blicken Sie bitte auf Syrien und die Nordgrenze Saudi-Arabiens [...], auf Ägypten, Libyen, Algerien, Mauretanien und Sie werden aus dem Staunen nicht herauskommen. Verglichen mit unserem Deutschland scheinen die Landesgrenzen geradezu mit Bleistift und Lineal gezogen worden zu sein. Es scheint nicht nur so, es ist auch so.“

Mit diesen Worten stimmt der Autor Muhammad Sameer Murtaza in seinem Vorwort zur mittlerweile vierten Auflage den Leser auf sein Werk „Lawrence von Arabien und die Neugestaltung des Nahen Ostens“ ein. Schnell wird klar: Dieses Buch handelt nicht nur einfach von der Biographie einer berühmten geschichtlichen Person, sondern auch zugleich von den Ursprüngen des heutigen Nahostkonfliktes.

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