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Die Muitation. Ein Brief an Innenminister Friedrich

Die Muitation. Ein Brief an Innenminister Friedrich

Mich erreichte neulich ein Brief per Mail, gerichtet an Innenminister Friedrich. Dieser hatte ja vor nicht allzu langer Zeit dem Bundespräsidenten Wulff die Stirn geboten, indem er sehr selbst- und siegessicher die Aussage ins Land setzte, Deutschland habe auch in der Historie nichts mit dem Islam zu tun gehabt. Nun hat sich doch ein leidenschaftlicher Anhänger die Mühe gemacht, ihm beizupflichten und dies mit ‘Tatsachen’ zu belegen. Mehr will ich nicht verraten. Ich habe es genossen. Ein absolut lesenswerter Beitrag. Viel Spaß dabei.

Mittwoch, den 23. März 2011

“Sehr geehrter Herr Innenminister Friedrich,

wie ein Schwert, das uns Deutschen den Schleier von den Augen und der muslimischen Damenwelt im Lande selbiges vom Haupte schneiden muss: die Eleganz, mit der Sie Anfang März in den Medien ihre Worte führten und damit jene des Bundespräsidenten parierten, erregte bei mir zunächst Verwunderung, dann Bewunderung, sie ließ mich kurz abfällig den Kopf schütteln, bevor ich binnen Sekunden in kopfnickenden Beifall übergehen musste: Denn durch Sie bin ich einsichtig geworden. Was mich anfänglich wie Schüttelfrost ergriff, entfaltet nun seine Wirkung als wohlige Gänsehaut.

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Istanbul, nimm mich an und bring’ mich hervor

24.März 2011 |  by Uzeyle C.  |  Gesellschaft & Lifestyle
Istanbul, nimm mich an und bring' mich hervor

1453. Ein Zauber beginnt. Der erste Gebetsruf. Die neue Hauptstadt des Osmanischen Reichs heißt Istanbul. Heute ist die Metropole Istanbul eine Kulturhauptstadt. Eine Kernzelle für internationalen Dialog. Treffpunkt aller Religionen, Nationen und der interkulturellen Toleranz. Istanbul ist eine Brücke zwischen der islamischen Welt und Europa. Sie verbindet nicht nur Europa und Asien, sondern auch auf elegante Weise die Antike mit der Moderne.

Wenn sie heute die Zukunft ist, die in alle Richtungen ihre Türen öffnet, ist sie morgen Geschichte, die in allen Köpfen begraben ist. Sie ist so viel, dass ich nicht mehr hinterher komme. Istanbul, meine Stadt. Mit glänzenden Augen empfängt sie mich und schließt mich sofort in die Arme. Geborgenheit. Zuwendung. Wärme, trotz der zwei Grad, die Istanbul noch einmal den Winter spüren lassen. Ganz tief bis in die kleinste Zelle atme ich Istanbul ein, als ob ich sie dann immer in mir behalten könnte. Und noch einmal… Jeder Atemzug trägt den Namen mit sich mit. Ich spüre, wie die Stadt mich fest im Griff hat. Glück. Es überfällt mich ganz leicht und verbreitet sich Stück für Stück in meinem Körper. Es ist der Moment; Istanbul hat mich. Freiwillig ergebe ich mich und lass mich fallen mit der Gewissheit, dass sie mich auffangen wird. Ich weiß, Istanbul lässt niemanden fallen, der ihr vertraut.

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Reflexionen über Sprache

19.März 2011 |  by Ethem A.  |  Gesellschaft & Lifestyle
Reflexionen über Sprache

Schon lange schreibe ich nicht und will auch nicht über Integration und den Rest der Probleme schreiben, die damit in Verbindung stehen. Die Diskussionen sind eine Endlosschleife: „wird Integration richtig definiert oder nicht… wir sind doch integriert… Integration ist es…“ bla bla bla. Aber eigentlich weiß keiner so richtig, was er so schreibt und die ganze Diskussion ist schon lange nicht mehr objektiv. Wir befinden uns doch ständig in einer Lage der Gefühlsfaselei. Die Mehrheitsgesellschaft sagt dann, der böse Türke, Araber, was auch immer hat dies und das getan, und wir Engagierten sind dann ganz empört und schwafeln etwas von Schubladendenken. Neulich ist auch modern zu antworten, „packt euch doch selber an die Nase“ und „wisst ihr, was wir in der Vergangenheit alles geschafft haben“. Dazu kann ich nur sagen, unsere Vorfahren haben es geschafft, nicht wir. Was schaffen wir eigentlich?

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Back to the roots – Meine Woche ohne Facebook & Co.

14.März 2011 |  by Denise A.N.  |  Gesellschaft & Lifestyle
Back to the roots - Meine Woche ohne Facebook & Co.

Als ich letztens (wie immer) in Facebook war, probierte ich eine neue App aus, die mir verraten sollte, wie viel Zeit ich seit meiner Anmeldung auf eben dieser Website verbracht hatte. Das Ergebnis schockierte mich ein wenig: Über 400 Stunden meines Lebens hatte ich mit Chatten, Apps nutzen, Menschen ausspionieren und der Verbreitung unnützer und nützlicher Nachrichten zugebracht. Was hätte ich mit all der Zeit anstellen können? Mehr für die Religion tun, mal wieder Sport machen, endlich die Vorträge für mein Seminar zu Ende schreiben… Wie viel Zeit würde ich wohl für die wichtigen Dinge im Leben nutzen, wenn ich die unwichtigen aus meinem Leben streichen würde? Ich entschloss mich also kurzerhand mein Verhalten zu ändern und das Experiment „Facebookfreie Woche“ zu starten.

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Deutsches Fernsehen schafft sich ab

13.März 2011 |  by Shirin  |  Gesellschaft & Lifestyle

Erschreckend ist es doch immer wieder, wie sehr das Niveau unserer Fernsehkultur stetig abzunehmen scheint. Etliche Privatsender, die im ständigen Wettlauf um das primitivste und sinnloseste „Informationsmaterial“ zu sein scheinen. Unzählige offensichtlich gespielte Reality- und Castingshows, sowie eine Masse an Sendungen, die beispielsweise testen, wie viel Wasser aus einem Planschbecken fließt, wenn man aus bestimmter Höhe hinein springt. Wenn das mal kein hilfreiches Wissen ist!

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Wo bleibt die Empörung?

12.März 2011 |  by Lina  |  Gesellschaft & Lifestyle, Rezensionen
Wo bleibt die Empörung?

Wir empören uns über so viele kleine und große Dinge in unserem Alltag. Sei es die verspätete Bahn, die auf sich warten lässt, oder die unfreundliche Bäckerin, die uns bedient. Oft empören wir uns auch über unsere Mitmenschen, die sich zuweilen recht unfreundlich und aggressiv verhalten. Wir empören uns über die verlogenen Politiker, die den schönen Schein wahren möchten und dabei keine Lüge auslassen. Auch empören wir uns über die Scheinheiligkeit von Fernsehbildern, die eine verzerrte Realität wiedergeben. Über das viele Leid, welches durch Krieg, Gier und Machttrunkenheit erzeugt wird. Über die vielen Toten durch Hunger und Armut.

Oder haben wir uns der Ungerechtigkeit und dem Elend ergeben und haben eine passive, gar gleichgültige Haltung eingenommen? Glauben wir tatsächlich, dass wir nichts ändern können? Uns dem ‚Schicksal’ ergeben und alles hinnehmen zu müssen?

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Du isst, was du bist

5.März 2011 |  by Selvihan  |  Gesellschaft & Lifestyle
Du isst, was du bist

Der respektvolle Umgang mit individuellen Wünschen und Bedürfnissen der Patienten gehört, wie viele wissen, zu den höchsten Prioritäten in einem Krankenhaus. Da es eine allgemein bekannte Tatsache ist, dass Muslime kein Schweinefleisch essen, ist es bei muslimischen Patienten besonders leicht auf die gewünschte Kostform zu schließen.

Klingt logisch. Könnte es auch sein, wenn mir die Praxis nicht einen Strich durch die Rechnung gezogen und mal wieder ein fettes, rotes „F“ an den Rand gemarkert hätte.

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Schweigen ist Gold?

27.Februar 2011 |  by Zina M.  |  Gesellschaft & Lifestyle, Schlagzeilen
Schweigen ist Gold?

In den letzten Wochen und Monaten geistert nur noch ein Schlagwort auf sämtlichen Radio- und Fernsehsendern, auf sämtlichen Titelblättern der Zeitungen herum: REVOLUTION.

Revolution in Tunesien, Revolution in Ägypten, Revolution in Jemen, Revolution in Jordanien. In all diesen Ländern schaffte es die Mehrheit der Staatsbevölkerung, sich aus ihrer geistigen Isolation zu befreien, aufzustehen und ihre Stimme gegen die ungerechten Regime zu erheben. Egal, ob sie erfolgreich waren, oder nicht, eines steht fest: Diese Menschen wollten nicht mehr schweigen. Sie wollten endlich das bekommen, was ihnen zusteht.

Bereits der Prophet Muhammad (saw) antwortete auf die Frage, welche Art von Dschihad die beste sei: „Ein wahres Wort zu einem ungerechten Herrscher.“ (An-Nasai)

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