Was ist unser Problem? Was wollen wir? Was ist unser Ziel, der Sinn der Sache? Auf der Welt fragt jedes denkende Geschöpf nach der Frage der Sinnlichkeit? So hat auch jede Handlung und jede Tat einen Sinn und eine Bedeutung, ein Ziel, das erreicht werden will.
Zu einer Tat und zu einem Ziel, das erreicht werden will, gehört auch immer ein Problem. Wenn wir nun wissen, was das Ziel, aber nicht das Problem ist, können wir unmöglich etwas Produktives hervorbringen. Dann kommt natürlich noch die Frage des “Wie?”, die ich bei dieser Erörterung nicht beachten werde.
Nach einem Kaffee schnappten wir uns mal ein Buch und wählten willkürlich eine Seite aus. Was wir vorfanden, war recht erstaunlich. Es handelte über das erste Kaffeehaus im osmanischen Reich, also geht es um Istanbul und die weitere Entwicklung. Die anekdotenartige Geschichte hätte ich euch gerne übersetzt, doch somit hätte ich den Meistererzähler Iskender Pala nur mit meiner schlechten Übersetzung geschmäht. Ich hoffe, das Buch wird irgendwann mal aus dem Türkischen in das Deutsche übersetzt. Ganz nebenbei, es handelt sich um das Buch “Kahve Molasi” (Kaffeeauszeit ganz schlecht übersetzt).
Jede Seele kennt sicherlich das Gefühl von Reue. Reue, zu wenig oder gar nichts getan zu haben. Dankbar zu sein, mit dem was man hat. Jeden Atemzug zu schätzen, der ohne jegliche Anstrengung von selbst erfolgt. Wie selbstverständlich die folgenden Schritte im Leben doch sind, obwohl keiner Menschenseele von uns die Garantie, dem Tod nicht in die Augen zu schauen, gegeben ist. Oh meine Seele, hast du etwa einen festen Vertrag dafür, dass du noch bis nächstes Jahr, ja auch nur bis morgen am Leben bleiben wirst? In deinem Übermut verbummelst du dein Leben, als könntest du ewig in dieser Welt bleiben. Könntest du verstehen, wie wertvoll jedes einzige Organ, was dir nur vom Herrn ausgeliehen wurde, ist und wie kurz das Leben darin ist. Könntest du verstehen, dass das Leben, was nicht mal in deinem Besitz ist, in Unfruchtbarkeit dahingeht, sicherlich hättest du viel mehr Zeit für deine Gesundheit investiert. Doch dann ganz plötzlich und unerwartet tritt es ein. Schmerz. Leid. Krankheit.
Mädchen sitzen in einem der Pavillons und erzählen sich gegenseitig – nicht ohne Stolz – die Geschichte dieses heiligen Ortes. Am Anfang war er so sauber, dass er geglänzt hat, kein Makel war zu sehen. Eltern spielen mit ihren Kindern, Singspiele, Reime, die sie aus Kindertagen kennen, andere spielen Fußball, Paare gehen Hand in Hand spazieren, eine Gruppe Frauen sitzt im Schatten der alten Bäume und lauscht einem Unterricht, unweit einer Männergruppe. Dreimal am Tag, so sagen sie mir, versammeln sie sich hier. Sie lernen Tadjweed, Sira, oder Fiqh. Manchmal werden sie kontrolliert, müssen sich ausweisen, werden registriert und gefilmt. Das soll sie abschrecken, sie davon abhalten, hier her zu kommen.







