2 Tage verbrachten wir in der katholischen Akademie in Schwerte, um an der Veranstaltung „Das Christentum – für Muslime erklärt“ teilzunehmen. Die Idee der Veranstaltung kam vom interkulturellen Dialogzentrum “idiz e.V. Dortmund”, das von muslimischen Aktivisten im Jahre 2008 gegründet worden ist. Für die Umsetzung der Konferenz sorgte die katholische Akademie.
Zusammen mit 28 anderen muslimischen jungen Akademikern – ich war der einzige Student – darunter 14 Frauen und 14 Männer, unter anderem auch Personen mit Kindern, nahmen wir uns die Zeit, um uns grundlegendes Wissen über das Christentum anzueignen. Der Referent und Priester der Kapelle, Dr. Markus Kneer und der stellv. Leiter der Akademie Herr Dr. Dickmann nahmen uns ganz herzlich auf. Die Geschichte des Christentums, das geistliche Leben im Christentum, die Trinität bzw. Dreifaltigkeit, die sieben Sakramente, sowie andere Themen wurden uns vermittelt.
Kaffeepause. Ich habe mittlerweile die Gewohnheit immer wieder willkürlich unterschiedliche Magazine zu durchstöbern, auf der Suche nach Inpiration. So bin ich diesmal auf das Netzwerk- und Karrieremagazin “high potential” gestoßen. Beim ersten Überfliegen der Seiten ist mir dann gleich folgende Headline ins Auge gesprungen:
Noch nie wurden so viele wichtige Geschichten nicht erzählt
Stimmt das? Schließlich leben wir doch in einer Zeit, in der wir von überall und jederzeit mit Informationen überflutet werden. Und nicht Wenige davon sind unwichtig. Sicherlich wird auch täglich eine Unmenge an Nutzlosem produziert, wie das stetige Verfolgen der letzten Schritte von Charlie Sheen, Queen Elizabeth, oder wem auch immer. Dennoch kann man nicht bestreiten, dass wenn man will, genügend Informationen zur Verfügung stehen, um die ‘wichtigen’ Geschichten der Welt zu verfolgen. Man kann die neuesten Entwicklungen in Japan und Libyen verfolgen. Man wird stets upgedatet, wenn es um die Atompolitik geht, und und und. Ein Wust an Informationen.
Sich verlieren in der Feuerbrunst
in dieser Gesellschaft keine Kunst
alles ist frei, freier geht’s nicht
man fühlt sich hier nackig
nichts ist mehr heilig
dies alles ist scheinlich
euch ist es egal freilich
unsere Bedenken sind kleinlich
doch unser Einst in Gedanken versunken
wie soll er sich vor Gott verantworten
dass die Feuerbrünste ihn zogen
in ihre warmen Wogen
ihnen mit Arglist betrogen
ins Verderbnis ihn sogen
in die Arme und Schoße
verderbnisreicher Liebe
er der die Gnade vergisst
mit dem Leben bricht
Ärmel hochziehen, Socken ausziehen, Hosenaufschlag hochziehen. Bismilahirrahmanirrahim…
Mein erstes Treffen mit Ihm. Ich bin aufgeregt. Ist meine Kleidung angemessen? Werde ich Ihm gefallen? Schnell noch die Zähne putzen. Ach das Kopftuch sitzt nicht perfekt, ich kriege die Krise. Ich bin zu spät, muss mich beeilen. Er wartet bestimmt schon auf mich. Beim ersten Date verspäte ich mich, was für ein guter Anfang!
In Paradoxien
Wir leben
Als Muslime
auf der einen
Seite Lust
auf der anderen
fromme Askese.
Desto älter ich werde, desto mehr sehe ich die blanke, unbeschönte, ungeschminkte Seite der Gesellschaft, der Menschen, die nackten Tatsachen. Mit dem Alter verfliegt der romantische Idealismus und langsam verwandele ich mich in einen harten Realisten. Einen manchmal spöttischen, ironischen, manchmal sogar zynischen Schelm. So habe ich Momente vor allem wenn ich versuche unseren jüngeren Mitgliedern der Gesellschaft nützlich zu sein, Momente an denen ich resigniere, an denen ich die weiße Fahne zücken, mich in die Ecke setzen und ein beleidigter Kritiker zu sein wünsche.
Wirtschaft wird in einem türkischen Buch (“Enginligiyle bizim dünyamiz – iktisadî mülâhazalar”) folgendermaßen beschrieben: „Eine Wissenschaft, die die Beziehungen zwischen den unendlichen Bedürfnissen bzw. den Begierden des Menschen und der Knappheit der endlichen Güter bzw. Ressourcen koordiniert.“ Dies ist meine Übersetzung.
Die ökonomischen Ressourcen, die den Grundbedürfnissen der Menschen problemlos ausreichen, sind nicht so reichlich, dass durch sie der Geiz bzw. Gier der Menschen und ihre unendlichen Bedürfnisse befriedigt werden könnten. Aus diesem Grund haben Wirtschaftssysteme das Ziel, die Ressourcen, unter den Rahmenbedingungen der menschlichen Bedürfnisse, gerecht zu verteilen.
Nutzt die letzte Gelegenheit. Der Wettbewerb zum einjährigen Jubiläum von Cube-Mag wird verlängert.
Einsendeschluss ist der
1. Mai 2011
Mehr Infos hier
Wir freuen uns auf eure Ideen.
Im Spiegel nur noch Schatten meiner erschöpften Überreste und im Hintergrund die psychisch verzerrte Stimme der Nachrichtensprecherin:
„Es ist 20.00 Uhr.
Tief Examina zieht über Schülercity.
Seelische Wetterlage: Trüb. Ganz schön…
Sämtliche Einsatzkräfte der Milka sind bereits im heldenhaften Einsatz. Selbstbewusstsein und Frohsinn konnten jedoch nur schwer verletzt geborgen werden und kämpfen derzeit ums Überleben…“










