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Tierhilfe in Demirtas

15.November 2010 |  by Gastschreiber  |  Sonstiges
Tierhilfe in Demirtas

Zum zweiten Mal in diesem Jahr, reiste ich in die Türkei. Ziel des einwöchigen Aufenthaltes war der Touristenort Alanya. Mich zog es aber auch aus einem anderen Grund nach Alanya, denn in dem nahe gelegenen Ort Demirtaş ist die in München ansässige Tierschutzorganisation „Tierhilfe Süden e.V.“ vertreten. Diese betreut in Zusammenarbeit mit der Stadt Alanya ein Tierheim. In diesem Tierheim wollte ich abermals ehrenamtlich tätig sein. Die Tierhilfe Süden e.V. ist eine Tierschutzorganisation, die sich der Rettung herrenloser Hunde und Katzen in südlichen Ländern verschrieben hat. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf Länder, wie die Türkei und Bulgarien. Zudem unterstützt sie Tierschützer in Italien, Griechenland, Malta, Bosnien, Kosovo und Spanien.

Das Tierheim „Demirtaş“ liegt hoch oben in einem Pinienwäldchen. Die 32 Gehege wurden mit einfachen Hundehütten ausgestattet, sogar ein kleines Planschbecken gibt es. Im Gebäude befinden sich OP-Raum, Kranken- und Quarantäne-Station, sowie ein Welpengehege. Um das Wohl der Tiere sorgen sich zwei deutsche und drei türkische Helfer, ein türkischer Tierarzt, sowie eine Bürokatze, die alles – insbesondere das Futter – überwacht. Zurzeit sind ca. 280 Hunde aufgenommen. Vor dem Tierheim leben ebenfalls einige Hunde, von denen man lautstark, aber freudig begrüßt wird.

Vor wenigen Wochen wurde einer der freiwillig vor dem Tor lebenden Hunde eiskalt erschossen, regelrecht hingerichtet. Andere Hunde, die ich noch das letzte Mal im Juni am Hang des Berges antraf und die mich so anhänglich und freudig den steilen Weg den Berg hinauf ins Tierheim begleiteten, sind im Laufe der Zeit vergiftet worden. Somit begann mein Weg dieses Mal schon mit einem bitteren Beigeschmack. Seit vielen Jahren zieht es mich in die Türkei. Ich liebe das Essen, die Vokal-Harmonie der Sprache, die Gastfreundschaft in den Dörfern, die noch lebendige Handarbeitskultur mit den wunderschön umhäkelten Tüchern und auch die Muslima-Mode hat dort einiges mehr zu bieten als hierzulande. So nutze ich als Modedesignerin den Urlaub für mich auch als Inspiration und modisch-kulturellen Austausch. Doch es gibt leider auch diese andere Seite, die mich jedes Mal wieder schmerzlich und fassungslos aufschrecken lässt.

Ertränkt, erschlagen, angefahren

Warum behandele ich ausgerechnet dieses Thema mit der Aufforderung ausländische Tierschutzprojekte zu unterstützen? Bei aller Problematik aufgrund von Überfüllung und Finanznot in unseren Tierheimen sind die Tiere in den zitierten Ländern doch die Ärmsten der Armen und der Tierschutz hat dort oft noch nicht einmal die unterste Stufe der Leiter erklommen. In südlichen und osteuropäischen EU-Ländern, welche eigentlich dem europäischen Tierschutzgesetz verpflichtet sind, bleiben die Tiere der grausamen Willkür des Menschen dennoch hilflos ausgesetzt. Um die Einhaltung der entsprechenden Gesetze kümmert sich niemand. Diese Zustände sind mit deutschen Tierheimen nicht zu vergleichen, so traurig auch die Schicksale vieler Hunde in deutschen Tierheimen sind.

In der Türkei leben Tausende von Tieren schutz- und hilflos auf den Straßen. Diese wehrlosen Tiere werden auf die grausamste Art verfolgt, für uns kaum vorstellbar. Sie sterben einen qualvollen, langsamen Tod durch Gift (immer wieder vor der Touristensaison praktiziert), werden halbtot geschlagen und schwer verletzt liegengelassen, werden absichtlich mit dem Auto angefahren oder die Ohren werden abgeschnitten – ein weit verbreitetes „Hobby“. Lebendige Welpen werden in Plastiktüten oder Kartons entsorgt – manchmal von aufmerksamen Touristen entdeckt und ins Tierheim gebracht. Gott sei Dank.

Hunde mit Steinen zu bewerfen, sobald man sie sieht, ist eine Selbstverständlichkeit: Zwei Frauen, nur wenige Jahre jünger als ich, kommen uns und einem mich begleitendem Straßenhund entgegen. Sie sammeln Steine. Auf den Schrei meiner Schwester reagieren sie mit dummen Gekicher. Gern würde ich sie daran erinnern, dass Gott mit denen barmherzig ist, die mit anderen Seelen barmherzig sind, dass man kein Tier verletzen darf, dass das Tier dem Menschen etwas Anvertrautes ist – aber mein türkisch reicht in diesem Schockmoment nur für ein bitteres „Du bist herzlos!“. Die Frauen krümmen sich fast vor Lachen. In mir kocht es schon vor Wut und Unverständnis. Man benötigt keinen Verstand, um zu wissen dass auch Tiere Schmerzen empfinden, aber vielleicht wollen sie ja genau das.

Im Tierheim sicher und umsorgt

Im Tierheim aufgenommen zu werden, bedeutet für Hunde eine vorübergehende Rettung. Die Aufnahmezahl ist begrenzt und so müssen im Tierheim Demirtaş abgegebene Hunde nach tierärztlicher Versorgung und Kastration häufig wieder auf die Straße gesetzt werden. Wer im Tierheim bleiben darf, lebt in Gehegen mit anderen Hunden zusammen. Im Sommer leiden die Tiere unter der großen Hitze. Im Winter dagegen kann es derart kalt werden, dass sie in ihren einfachen Hundehütten kaum geschützt sind. Trotzdem geht es den Hunden besser, als ihren Artgenossen auf der Straße, die sich vielleicht mal in einem Karton verkriechen könnten, dem Wetter und den Launen der Menschen ansonsten aber komplett ausgeliefert sind.

Über Demirtaş und Gazipaşa, dem zweiten Tierheim ca. 30km weiter entfernt mit knapp 200 Hunden, fegten schon solche Stürme hinweg, sodass Zäune und Hütten zerstört wurden und die Hunde bei Überschwemmungen bis zum Bauch im Wasser standen. Neben der Versorgung der herrenlosen Tiere ist eine der wichtigsten Aufgaben der Tierhilfe Süden e.V., durch Sterilisationen und Kastrationen zu verhindern, dass weiterhin unzählige Tiere in dieses Elend hineingeboren werden.

Ein besonders wichtiges Anliegen ist es zudem, den Menschen zu vermitteln, dass auch Tiere fühlende Wesen sind. Deshalb gibt es im Tierheim Demirtaş Führungen mit Schulklasse. Wenn die Kinder einen Welpen auf dem Arm haben, strahlen ihre Augen genauso, wie die Augen aller Kinder der Welt, die so ein kleines warmes Lebewesen spüren. Diese Kinder sind unsere Hoffnung. In den Köpfen der Erwachsenen, die zur Abscheu vor Hunden erzogen wurden, wird man nicht so leicht eine andere Einstellung zu Tieren bewirken können. Hier ist es schon ein großer Erfolg, wenn Straßentiere „toleriert“ werden.

Am meisten bedrückt mich beim Thema Tierschutz, dass dies ein Problem ist, welches es nicht geben müsste! Was kostet einen Menschen denn gutes Benehmen, oder Mitgefühl?! Was für Nachteile hat er dadurch? Oder was könnte der vorgeschobene Grund sein, ein Tier zu misshandeln?! Was kostet es ihn, eine Schale mit Wasser, Essensresten oder trockenem Brot vor die Tür, den Hof oder an einen Straßenrand zu stellen? Was bringt einen Menschen dazu, so widerlich herzlos und eiskalt seine Aggressionen gegenüber Unterlegenen auszulassen? Hat Gott uns nicht erklärt, dass das Verletzen eines Tieres dem Verletzen eines Menschen gleichkommt?! Dass jede gute Tat für eine andere Seele, sei es Mensch oder Tier, belohnt wird? Sogar das Pflanzen von Bäumen, von dem Vögel essen, wird als Almosenspende angerechnet. Nie habe ich mich so für meine Gemeinde mehr geschämt, es ist eine Schande. Lasst es uns also besser machen!

Und nun zu Dir, lieber Leser! Mit einer regelmäßigen monatlichen Hilfe von nur 2,50 Euro kann schon geholfen werden! Du suchst ein schönes Geschenk zum Opferfest?! Schenk doch einem Tier ein besseres Leben durch deine Mitgliedschaft (Jahresbeitrag ab 30 Euro). Setz dich mit anderen zusammen, verkauft auf dem Flohmarkt oder sprecht in eurer Klasse darüber! Ganz getreu dem Motto: Wenn nicht wir – Wer dann?!

www.tierhilfe-sueden.de

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Tierhilfe in Demirtas, 4.5 out of 5 based on 11 ratings


10 Kommentare


  1. SCHMITZ KERSTIN

    hallo, ich hab dieses jahr zum ersten mal in side urlaub gemacht.jetzt sitze ich hier und mir laufen wieder die tränen den wangen entlang nachdem ich den bericht gelesen habe.ich habe an der promenade in side fast täglich einen Kangal mit einem völlig verwahrlosten süßen struppigen hellen hund gesehen.auch eine schwarze labrador hündin war mir aufgefallen.der Kangal und der struppige hund laufen immer zusammen auf der suche nach nahrung.eine türkin trat die hunde mit füßen.ich war fassungslos. ich bin entsetzt wie ziellos die hunde dort umher laufen.nachdem ich gestern zurück aus der türkei kam begrüßte mich mein eigener hund so freudig wie es selten ein mensch kann.wie kann ich außer einer geldspende helfen? VIELLEICHT KANN MAN MIR AUCH ETWAS ZU DEN DREI HUNDEN SAGEN DIE ICH JEDEN TAG GESEHEN HABE. ich würde mich über eine antwort freuen. liebe grüße kerstin schmitz

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  2. SCHMITZ KERSTIN

    aufgrund der tatsache das ich das elend der tiere in der türkei mit an sah, haben meine söhne und ich uns für eine adoption einer straßenhündin entschieden. wir hoffen das auch unser familienmitglied buddy (ein mischlingsrüde) sich darüber freut.mir war vor meinem urlaub nicht bewußt wieviel elend und schlechte menschen es doch leider auf erden gibt.der größte feind des tieres ist leider der mensch.für das genpa-rudel gab es eine kleine spende und eine patenschaft für die nächste arme fellmaus steht jetzt an. ich hoffe das noch viele, viele menschen so denken wie wir, dann werden noch viele, viele tiere aus ihrer qual befreit.danke an alle die meinen beitrag lesen und in ihr gebet einschließen. thank´s at all !!!!!!!!!!!!!!

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  3. Auch mir laufen die Tränen. Menschen können so grausam sein, mir fehlen tatsächlich die Worte. Gott sei Dank, dass es da so engagierte Menschen wie die Verfasserin dieses Artikels gibt. Vielen Dank!

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  4. SCHMITZ KERSTIN

    danke, wir bekommen unsere neue maus am 20 juli aus rumänien. sie hatte eine wirbelsäulenfraktur, verursacht durch einen baseballschläger und hätte im winter echte probleme durch die kälte.wenn du möchtest kannst du dir die maus und auch andere fellnasen ansehen. unter angels for dogs - ihr name ist australianca.
    aber auch die anderen sind einfach nur goldig und sehnen sich nach liebe und geborgenheit.würde mich freuen wenn ich noch was von dir höre.
    viele liebe grüße kerstin

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  5. SCHMITZ KERSTIN

    sorry, ich meinte den 20ten august !!!

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  6. Das arme Tierchen hat echt was durchmachen müssen, wenn ich mir all diese Schicksale durchlese und diese Bilder ansehe, kann ich gar nicht anders als :'( ...
    Habe mir die Seite grade angesehen und den entsprechenden Link an all meine Mail-Kontakte weitergeleitet. Insha'Allah, so Gott will, wird sich dadurch die ein oder andere Spende oder Patenschaft o.ä. ergeben.
    Vielen Dank noch mal für den Bericht, ich finde dieses Engagement echt klasse und lobenswert!

    Liebe Grüße
    Yasemin

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  7. SCHMITZ KERSTIN

    hallo yasemin
    dein interesse und dein handeln sind mindestens genauso lobenswert. ich habe jetzt grade mal tränen in den augen, aber dieses mal vor freude aufgrund deiner anteilnahme. ich hoffe und sende ein stoßgebet nach oben das sich der ein oder andere auch eins der armen seelen annehmen wird.vielen, vielen herzlichen dank an dich und all die anderen.ich werde weiterhin hoffen auch für die tiere im tierheim antalya.
    bis zum nächsten mal.......!!!!!
    liebe grüße kerstin

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  8. hallo,

    ich wohne zeitweise in alanya und war vor 3 tagen in Side. die zwei völlig verwahrlosten hunde gibt es immer noch. zu gerne hätte ich beiden geholfen. hier in alanya vor meinem apartmenthaus wurden gestern 2 welpen mit der zusage, diese ins asyl nach demirtas zugeben abgeholt. ich war misstrauisch und habe nachgehakt. die hunde sind nicht dort angekommen man hat sie angeblich in die berge gefahren. ich wollte eine welpe mit nach deutschland nehmen und hätte bis zur ausreise alle kosten übernommen,aber man sagt uns nicht wo die tiere sind. man will nicht,dass wir helfen.die menschen hier sind doch so religiös wieso gehen die so grausam mit tieren um die unsere mitgeschöpfe sind. ich komme hier nicht mehr klar.

    regine

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    • Michael & Johanna

      Hallo Regine,

      sind einfach mal auf die Suche nach dir gegangen - und (hoffentlich) fündig geworden.

      Michael Mönnighoff & Johanna Glas würden sich über erneute Kontaktaufnahme freuen.

      Melden uns noch über facebook.

      Liebe Grüße

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  9. menschen sind so. ich bitte sie-sie essen sicher auch nicht ausschliesslich bio. fragen sie sich mal wie das produziert wird. nur weil sie von der endlosen qual ausgebeuteter tiere nichts mitbekommen in dtl, wohl aber im ausland, heisst das nicht, dass sie weniger grausam ist. hätten die schlachthöfe glaswände,s ie wären vermutlich vegetarisch. aber das schiebt man weg. aber das süße hundi kann man nicht so wegschieben. das kennt man persöhnlich. die kühe, die mit bestend vollen eutern tagelang verzweifelt nach ihren kälbern schreien, die man ihnen urz nach de rgeburt weggenomen hat, damit sie den menschen nicht zuviel milch wegsaufen, die sehen sie nicht. die verkrüpelten hühner, die panisch um ihr leben schreienden schweine. (ja auch die. auch rituell unreine tiere haben ein recht auf ein leben ohne qual)

    aber für mich geht tiere lieben und essen eh nicht gemeinsam. aber das meine persönliche meinung. mich ervt nur die überall vorhandene bigotterie. sich tierlieb nennen, aber fein weiter wiesenhof für 2,3 euro kaufen, die industrie unterstützen die uns umbringen wird mit ihren antibioktikaskandalen (ehec ist ein sehr tierischer darmkeim und üblicherweise in kuhdung) geht für mich nicht zusammen.

    daher-der mensch ist grausam, weil er abspaltet. sie werden vermutlich selbst einschätezn wie grausam sie sind, völlig irrational das leben von einigen tieren beenden zu lassen und aber um das leben anderen tiere zu kämpfen auf teufel komm raus. und warum? süß sind sie doch alle.

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